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Feedback geben

Wir alle haben Freunde, Kollegen, Mitarbeiter oder auch Bekannte, denen wir gerne sagen würden, was uns nicht passt. Das kann alle Bereiche betreffen, von Dingen, die uns irgendwie an ihnen stören bzw. nerven bis hin zu objektiven Fehlern, die der oder die Andere fabriziert haben.

Doch wie sprechen wir das an, ohne das unser Gegenpart nicht auf den Schlips getreten fühlt?

Zum einen solltest du deine Kritik nicht als Vorwurf formulieren! Natürlich heißt das nicht, den Punkt, den du kritisieren möchtest schönzureden! Aber die Vorwurfskeule führt nur dazu, dass der andere abblockt und sich wehrt.

Wie sage ich nun, dass mich was stört? Nun hier ist es wichtig, dass du dem anderen mitteilst, dass Du dieses oder jenes als störend empfindest. Nur weil du z.B. das Singen der Kollegin als nervend empfindest heißt es nicht, dass das für alle Menschen gilt (auch wenn´s grausig sein kann). Hier ist die Betonung auf dein eigenes Gefühlserleben wichtig. Denn über deine Gefühle lässt sich ja nicht streiten, du empfindest es ja so!


5 Punkte für den Feedbackgeber

  1. Frage ob du ein Feedback geben darfst bzw. äußere den Wunsch eines zu geben
  2. Fange mit positiven Punkten an! Das macht das Gespräch angenehmer
  3. Sage was dir aufgefallen ist, bzw. was du als störend bzw. positiv empfindest
  4. Formuliere einen Wunsch aus deinem Feedback
  5. Bedanke dich!


5 Punkte für den Feedbacknehmer

  1. Sorge dafür, dass der andere keine Hemmschwelle hat dir Feedback zu geben (sei freundlich und offen)
  2. Höre dem Feedback aktiv zu
  3. Rechtfertige dich nicht! (das ist der schwierigste Teil), sondern akzeptiere das Feedback
  4. Frage bei Unklarheiten nach was der andere meint!
  5. Bedanke dich für das Feedback, denn es gehört Mut dazu jemand anderen direkt zu sagen wo der Schuh drückt!


Folgendes Beispiel wie es richtig geht und wie nicht:

Falsch:

Du: Hör mal Max ich muss dir kurz was sagen!

Max: Ja was gibt es?

Du: Es kann nicht angehen, dass du mich bei Reden ständig unterbrichst. Das ist respektlos und stößt mir schon seit langem auf! Du kannst dich nie zurückhalten! Lass das gefälligst zukünftig!

Max: Ich unterbreche doch nie! Ich kann das jetzt überhaupt nicht verstehen, …

Hier wird alles falsch gemacht was geht. Die Formulierungen ständig und nie stellen unkonkrete verallgemeinernde Behauptungen dar. Zudem wird nur negatives angesprochen und zum Schluss gibt es eine Art der Drohung. Zudem fängt das Gespräch schon mit einer Aufforderung an die man auch als Befehl deuten könnte. Max wird sich hier im Anschluss sicher gegen die Vorwürfe wehren und ein Streit ist wahrscheinlich.

 

Hier eine bessere Alternative:

Du: Hi Max, kann ich kurz (unter vier Augen) mit dir sprechen?

Max: Klar, was liegt denn an?

Du: Max ich mag dich du bist ein angenehmer Freund/Kollege/Kumpel, mit dem ich gerne Zeit verbringe. Aber ich empfinde es als unangenehm für mich, dass du mich öfter unterbrichst, wenn ich spreche.

Max: Wann habe ich dich denn je unterbrochen? Was meinst du damit?

Du: Zum Beispiel beim letzten Mittagessen, als ich eine Geschichte aus dem Urlaub erzählen wollte und du dann das Ruder übernommen hast.

Max: Ach okay war mir nicht bewusst.

Du: Ich dachte ja auch nicht, dass du das böse meinst. Aber es kommt immer wieder vor. Was hältst du davon, dass du ein bisschen mehr darauf achtest mich nicht zu unterbrechen. Und wenn es doch vorkommt und ich es als störend empfinde geben ich dir ein kleines unauffälliges Zeichen. Damit würde ich mich besser fühlen. Ist das okay für dich?

Max: Ja das können wir gerne so machen, danke das du so ehrlich bist und den Mut hast mich direkt anzusprechen.

Du: Danke, ich freue mich, dass ich das so mit dir besprechen konnte

Diese Lösung ist vielleicht nicht der Wahrheit letzter Schluss, aber ich denke du siehst worauf ich hinaus will. Das Gespräch wurde nicht mit einem Vorwurf, sondern mit einer positiven Aussage begonnen. Dann wurde das eigene Gefühlserleben betont. Auf die Nachfrage nach einem Konkreten Beispiel konnte auch eines genannt werden. Zum Schluss wurde eine Möglichkeit gezeigt wie das „Problem“ zukünftig vermieden werden kann.

Wichtig ist beim Feedback den anderen nicht von oben herab zu behandeln! Auch wenn der andere einen objektiven Fehler gemacht hat z.B. eine Fehlbuchung im Büro solltest du nicht nur auf den Fehler rumreiten. Zu unterscheiden ist aber, dass ein Feedbackgespräch dazu dienen soll, dem anderen eben ein Feedback zu geben mit dem dieser auch arbeiten kann.

Völlig daneben sind Kritik an Dingen, die der oder die Andere nicht ändern kann. So ist ein Feedback nach dem Motto: „Ich mag dich ja, aber dein Lachen ist total nervig. Ich würde mir wünschen das du anders lachst!“ total sinnlos und obendrein total unnötig! Es geht um Konkrete Dinge und Verhaltensweisen, die auch änderbar sind.

Auch solltest du regelmäßig selbst um Feedback bitten.
Egal, ob im Freundeskreis oder im Geschäft. Das gilt auch unabhängig davon ob du Angestellter / Arbeiter oder Chef bist. Am Anfang wirst du vielleicht etwas verdutzte Reaktionen auf die Feedbackanfrage bekommen. Es ist nämlich heutzutage völlig üblich Bewertungen über dies oder jenes ins Internet zu schreiben, aber konstruktives Feedback persönlich zu geben, dass scheint noch immer nicht so recht in der Gesellschaft angekommen zu sein.

Gehe einfach auf deine Mitmenschen zu! Sage ihnen, dass du gerne ein Feedback von Ihnen haben willst. Du kannst auch die Anfrage präzisieren und um ein Feedback in Bezug auch XY bitten. Durch konstruktives Feedback kannst du lernen, was du gut und was du nicht so gut machst. Es wird dir dabei helfen dich als Mensch weiter zu entwickeln oder zumindest ein klareres Bild davon zu bekommen, wie du auf andere wirkst.

Zu Guter Letzt noch ein wichtiger Hinweis:

Gebe nicht nur Feedback, wenn etwas schlecht läuft! Gebe bitte auch Feedback ohne Kritik zu üben! Du darfst und sollst auch dann Feedback geben, wenn du voll zufrieden bist. Glaube mir aus meiner eigenen Erfahrung, jemanden einfach mal zu loben, wenn er etwas gut gemacht hat, ist eine Form der Anerkennung, die wir viel zu selten nutzen. Die Motivation, Freude und den Elan, den du damit freisetzen kannst, kann Berge versetzen.


In diesem Sinne, sein ein dankbarer Feedbackgeber und Feedbacknehmer!

Tags: Kommunikation

Harald Yamlicha

info@betheeagle.de

Mobil 0171 6945939

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